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AJS-Fachtagung „60 Jahre Kinder- und Jugendschutz: Fördern – Befähigen – Schützen“

Am 5. November 2013 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW, anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens, eine Fachtagung im Landtag in Düsseldorf.   Was für einen Jugendschutz brauchen wir heute? Der Blick auf Kinder und Jugendliche ist im Jahr 2013 ein anderer als vor 60 Jahren. Wo ist Kontrolle, wo Freiheit angebracht? Wo hört die Eigenverantwortung auf, wo müssen Strukturen geschaffen werden? Diese Fragen werden in der Fachtagung aufgegriffen.

Ebenfalls wird die neue AJS-Publikation „Jugendschutz – Grundlagen, Strukturen, Handlungsformen“ vorgestellt, in der die Fachreferentinnen und Fachreferenten der AJS aktuelle Schwerpunkte des Kinder- und Jugendschutzes vertiefen und Handlungsperspektiven entwickeln.

 

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, wird sich in seinem Impulsvortrag auf die Möglichkeiten des Jugendschutzes in den heutigen „medialen Lebenswelten“ der Kinder und Jugendlichen beziehen. So plädiert er für einen mutigen Jugendmedienschutz, der Antworten auf die Gefährdungen im Onlinebereich geben kann und sich nicht in reiner Symbolpolitik im Offlinebereich erschöpft. Einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz der „regulierten Selbstregulierung“, der mediale Entwicklungen nachvollzieht (und nicht zu verhindern sucht), aber auch nicht vor wirtschaftlichen Interessen einknickt. Einen erzieherischen Jugendmedienschutz, der einen zentralen Platz in der außerschulischen und schulischen Praxis einnimmt.

 

„Fördern – Befähigen – Schützen“ – unter diesem Titel sollen bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion Visionen für zeitgemäße Ansätze und Angebote des Kinder- und Jugendschutzes entwickelt werden. Braucht der Kinder- und Jugendschutz das Bild des Jugendlichen im Komarausch oder des brutalen Schlägers zur Legitimation? Wo muss das elterliche Erziehungsrecht gestärkt werden und wo sind geeignete Rahmenbedingungen und Strukturen erforderlich?

Hierzu diskutieren Jürgen Jentsch, Vorsitzender der AJS, Prof. Dr. Bruno W. Nikles, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, und Margret Voßeler, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend des Landtags NRW. Ebenso auf dem Podium vertreten sind Prof. Dr. Nadia Kutscher, Professorin für Soziale Arbeit und Ethik an der Universität Vechta und Mitglied der Sachverständigenkommission zum 14. Kinder- und Jugendbericht, und Prof. Dr. Ahmet Toprak, Professor für Erziehungswissenschaften an der FH Dortmund. Topraks besonderes Interesse gilt der Situation türkischer Migrantenfamilien, den Erziehungswerten und -zielen der Eltern sowie türkischen Jungen, die zu Gewalt neigen. Er tritt ein für Methoden der Konfrontativen Pädagogik. Kutscher weist insbesondere auf verschiedene Spannungsfelder im Kinder- und Jugendschutz hin, etwa Skandalisierung im Gegensatz zu sinnvoller Aufklärung oder auch Schutz im Kontrast zu Autonomie. Den Blick auf die Praxis wirft Volker Hülsmann, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Recklinghausen, der langjährige Erfahrung im Jugendschutz mitbringt.

 

Gesangliche, schauspielerische und tänzerische Unterstützung erfährt die Fachtagung von Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Backgrounds vom Verein Planet Kultur. Zudem begleitet ein junges Videoteam die Veranstaltung mit der Kamera und fragt: Was hat Jugendschutz mit meinem Leben zu tun? Moderiert wird die Veranstaltung von Tom Hegermann (WDR).

 

Einen Überblick über Ablauf, Kosten und Anreise findet man im Tagungsprogramm auf der Webseite. Die Anmeldung soll bis zum 25. Oktober aussschließlich per Email mit dem Anmeldeformular erfolgen.