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Auf gutem Weg zur Inklusion

Düsseldorf. In der Pressemitteilung des BAG Bundesarbeitsgemeinschaft Katholisches Jugendreisen heißt es: Der Schub hat lange auf sich warten lassen – obwohl sich im Bereich der Schulen spätestens seit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ablesen lässt, dass aufgrund der politischen Rahmenbedingungen die Anfragen nach inklusiven Angeboten drastisch steigen werden. Dies betrifft zunehmend auch den Bereich der außerschulischen Angebote und somit auch das Jugendreisen. Gut für den, der darauf entsprechend vorbereitet ist. Besser noch für den, der erkennt, dass es neben dem Recht auf Reiseangebote für alle auch noch ein großes Marktpotenzial gibt, das man offensiv erschließen kann…

Der Schub hat lange auf sich warten lassen – obwohl sich im Bereich der Schulen spätestens seit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ablesen lässt, dass aufgrund der politischen Rahmenbedingungen die Anfragen nach inklusiven Angeboten drastisch steigen werden. Dies betrifft zunehmend auch den Bereich der außerschulischen Angebote und somit auch das Jugendreisen. Gut für den, der darauf entsprechend vorbereitet ist. Besser noch für den, der erkennt, dass es neben dem Recht auf Reiseangebote für alle auch noch ein großes Marktpotenzial gibt, das man offensiv erschließen kann…

 

 

Die ersten Schritte sind gemacht: 2012 bildete sich die bundesweite Steuergruppe „Inklusives Kinder- und Jugendreisen“ mit Experten aus Politik, Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Tourismus und Forschung. Diese fassten die Aktivitäten einzelner Träger und deren Erfahrungen zusammen und planten neue Schritte.

 

 

Die Zusammenarbeit und der intensive Austausch der Experten brachten neue Kooperationen und Projekte auf den Weg, die bislang nicht möglich schienen. So organisierte beispielsweise die BAG Katholisches Jugendreisen in Zusammenarbeit mit der Nationalen Koordinierungsstelle Tourismus für Alle (NatKo e.V.) im Oktober auf der REHACARE in Düsseldorf, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Reisen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“. Erstmals war die Jugendreiseszene so bei dieser internationalen Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Integration und Pflege präsent. Neben der potenziellen Zielgruppe von Freizeitangeboten waren dort auch Hilfsmittelanbieter, die bei der Beschaffung notwendiger Sachmittel für mehr Barrierefreiheit wichtig sind, vor Ort. Ebenso ergaben sich Kontakte mit erfahrenden Praktikern, Unterkünften und Tourismusverbänden, die für den Jugendreisesektor zukünftig wichtige Partner darstellen könnten.

 

 

Für wen kommen inklusive Reiseangebote in Frage, und welche Bedürfnisse müssen genau erfüllt werden? Zum Thema Evaluierung von gemeinsamen Freizeitangeboten entstanden ebenfalls Kooperationen und Synergieeffekte. So wird zukünftig Melanie Decker von der Lebenshilfe NRW bei der Weiterentwicklung des Fragebogens und Formulierungen in leichter Sprache mitwirken.

 

 

Durch den Austausch mit dem nordrhein-westfälischen Landesbehindertenbeauftragten Norbert Killewald fand ein Projekt der Steuergruppe kurzfristig zusätzliche Unterstützung: Zum Ende des Jahres erstellte eine Expertengruppe eine Motivations- und Ideenbroschüre, die Reiseanbietern und Jugendbildungsstätten helfen soll, Reiseangebote für Kinder- und Jugendliche mit Behinderungen inklusiv zu gestaltet. Sie wird voraussichtlich im April 2013 erscheinen und ist eine Einladung an alle Träger, sich auf den Weg zu machen und von der neuen Herausforderung zu profitieren.

 

 

Auch weitere Träger trugen das Thema Inklusion voran. Dem Bundesforum Kinder- und Jugendreisen zum Beispiel gelang die Anbindung des Themas mit dem Focus auf die Zielgruppe „Kinder- und Jugendliche mit Behinderungen“ an das Projekt JIVE. Die Initiative will bisher in der Internationalen Jugendarbeit unterrepräsentierte Zielgruppen verstärkt ansprechen.

 

 

Weg vom Allgemeinen – hin zum Konkreten. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend und die BAG Katholisches Jugendreisen veranstalteten zum Ende des Jahres eine gemeinsame praxisorientierte Fortbildung, die konkrete Herangehensweisen, Ideen, Finanzierungsmöglichkeiten und Vermarktungsstrategien für inklusive Reiseangebote vorstellte. Die Veranstaltung fand in einem integrativen Tagungshaus in Frankfurt statt, um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern selbstverständlich zu erleben. Passend zum Thema konnten sich die Teilnehmer am Abend bei einer Mitmachausstellung der Katholischen Jugendkirche Frankfurt ganz persönlich mit dem Thema Ausgrenzung im Alltag auseinandersetzen. Denn auch wenn viele Barrieren formal aus dem Weg geräumt werden können: Der entscheidende Schritt zur Veränderung ist die Entwicklung einer wertschätzenden Haltung und das Kennenlernen des bisher noch Unbekannten.

 

 

Durch dem regen Austausch erfahrener, oft regional arbeitender Praktiker und Experten aus Jugend- und Behindertenhilfe wurden im vergangenen Jahr eine Reihe von grundlegenden Erkenntnissen gewonnen und verallgemeinerungsfähige Faktoren für den Erfolg inklusiver Freizeiten und Reisen beschrieben. Diese gilt es nun auf Bundesebene zu überprüfen. Ein von Aktion Mensch gefördertes Projekt der BAG Katholisches Jugendreisen soll in den kommenden drei Jahren in vielfältiger Weise die Aktivitäten der an Inklusion interessierten Reiseanbieter unterstützt. Neben einer Bedarfserhebung an Förderschulen und Schulen mit Gemeinsamen Unterricht, die die Bedürfnisse der Zielgruppe genauer erfassen soll, helfen Qualifizierungsseminare bei der eigenen Konzeptentwicklung und Umsetzung. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts bündelt die gewonnenen Erkenntnisse der beteiligten Veranstalter und Unterkünfte und entwickelt daraus eine praxistaugliche Arbeitshilfe. Über den Projektstart und Beteiligungsmöglichkeiten wird die BAG Katholisches Jugendreisen rechtzeitig informieren.