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Bundesjugendministerin Manuela Schwesig und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel informieren über die neue Internetplattform www.nicht-wegsehen.net

Die Kinderrechtsorganisation ECPAT Deutschland e.V., der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) und der Deutsche ReiseVerband (DRV) haben die Internetplattform www.nicht-wegsehen.net ins Leben gerufen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Reisende haben die Möglichkeit, über diese Plattform Verdachtsfälle direkt beim Bundeskriminalamt anzuzeigen oder andere Hinweise auf sexuelle Gewalt und Ausbeutung gegenüber Kindern zu melden, ganz gleich, ob sie sich im Urlaub aufhalten oder geschäftlich unterwegs sind. Das ist wichtig, denn wenn ein Täter ein Kind im Ausland sexuell missbraucht, kann er nach deutschem Strafrecht belangt werden.

"Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein schweres Verbrechen", sagt Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Sehen Sie nicht weg! Jeder Hinweis kann dazu beitragen, die Täter besser zu verfolgen und Kinder zu schützen", appelliert Schwesig. "Die Behörden sind auf Hinweise auch von Touristen angewiesen, um solche Straftaten zu verfolgen", so Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der auch für den Tourismus zuständig ist. "Es ist richtig und wichtig, dass sich auch die Branchenverbände an der dringend erforderlichen Aufklärungsarbeit beteiligen." Mit der Website www.reportchildsextourism.eu gibt es ein entsprechendes Onlineangebot auch in englischer Sprache. Auch internationale Fußballspieler, wie zum Beispiel Kaká, rufen dazu auf, Kinder gegen sexuelle Ausbeutung während der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien zu schützen. Mit der neuen Meldeadresse sollen deshalb in den nächsten Wochen insbesondere Fußballfans angesprochen werden, die nach Brasilien reisen. Die deutschlandweit einheitliche Meldeadresse ist Bestandteil der trilateralen Kampagne zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus. Die Kampagne wurde vor vier Jahren durch Deutschland, Österreich und die Schweiz unter dem Motto "Nicht wegsehen!" ins Leben gerufen um Reisende für die weltweite sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Jungen zu sensibilisieren. Sie wird von einem breiten Bündnis aus Politik, Tourismuswirtschaft und Nichtregierungsorganisationen getragen.