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Chinesiche Touristen erobern Deutschland – Am seltensten reisen sie nach Mecklenburg-Vorpommern

Wiesbaden. Deutschland ist ein äußerst beliebtes Reiseziel: In den ersten sieben Monaten ist die Zahl ausländischer Touristen deutlich gestiegen, heißt es in einer am 27.09.2011 bekannt gewordenen Meldung von ZDFheute. Vor allem aus China kommen immer mehr Touristen. Sie gelten als konsumfreudig und geben rund 320 Euro pro Tag aus.

 

Deutschland zieht in diesem Jahr deutlich mehr Touristen und Geschäftsreisende aus dem Ausland an. Für weit überdurchschnittliche Zahlen sorgen dabei die Gäste aus China. In den ersten sieben Monaten des Jahres hat sich die Zahl um 31,1 Prozent auf 341.000 gesteigert. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die größte Gruppe der Deutschlandbesucher bleiben die Niederländer (2,3 Millionen +2,9 Prozent) vor den Schweizern (1,26 Mio, +13,1 Prozent) und den US-Amerikanern (1,25 Mio., +1,3 Prozent).

In der nach Herkunftsländern gegliederten Auswertung lag China inklusive Hongkong auf dem 14. Rang vor Japan oder Norwegen. Jeder fünfzigste ausländische Tourist kam damit aus dem Reich der Mitte. "China boomt als Quellmarkt für den Deutschlandtourismus", sagt Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt. "Für Chinesen ist Deutschland Teil einer Europarundreise. Sie verbringen im Schnitt ein bis zwei Nächte in Deutschland und geben durchschnittlich 320 Euro pro Tag aus." Damit sei der deutsche Markt führend in Europa. Die Zahl der Übernachtungen von chinesischen Gästen habe sich seit 2001 auf rund eine Million verdoppelt und werde sich bis 2020 noch einmal verdoppeln. Ein Drittel der Reisen gingen auf das Konto von Geschäftsreisenden, so die DZT, die im kommenden Jahr verstärkt um chinesische Geschäftsreisende werben will. Chinesische Touristen gelten als besonders konsumfreudig. Beliebt sind hierzulande unter anderem Schneidwaren, hochwertige Marken-Bekleidung und Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald.

Hauptziel der ausländischen Gäste bleibt die deutsche Hauptstadt Berlin. Am seltensten reisen sie nach Mecklenburg-Vorpommern. Der wirtschaftliche Aufschwung macht Auslandreisen für eine wachsende Zahl von Chinesen erschwinglich. 32 Millionen haben in der ersten Jahreshälfte eine solche Reise unternommen, wie die Statistik der Pacific Asia Travel Association (PATA) ausweist.

Die Hauptreiseziele der Festlands-Chinesen liegen allerdings sämtlich in Asien: Mit weitem Abstand liebstes Ziel in der ersten Jahreshälfte ist Hongkong mit 12,7 Millionen Gästen aus der Volksrepublik vor dem Spielerparadies Macao (7,5 Mio), Japan (0,92 Mio) und Thailand (0,8 Millionen). Dort sorgen sich die Offiziellen zunehmend um das Ausufern des Billigtourismus mit chinesischen Gruppen. Dia Malayen wollen gleich gezielt die kleine Gruppe ansprechen, die in Fünf-Sterne-Häusern nächtigt und viel Geld beim einkaufen unter die Leute bringt.

Die Philippinen haben hingegen als bevorzugtes Ziel für Flitterwochen eine Nische gefunden. Die Kaufkraft der Ferntouristen beeindruckt unter anderem in Australien, wo die Chinesen zwar nur die viertstärkste Touristengruppe stellen, aber für den größten Umsatz sorgen. Noch 2003 waren sie unter den ersten zehn Herkunftsnationen gar nicht vertreten. Ähnlich sieht es in Neuseeland aus, wo das Wirtschaftsministerium für das kommende Jahr mehr Umsatz mit Gästen aus China erwartet als mit denen aus Großbritannien oder den USA

Bleibt nur noch die Frage, ab wann aus China auch verstärkt junge Leute bis zum vollendeten 26. oder 30. Lebensjahr kommen? Denn das ist in Deutschland bzw. Europa die magische Grenze für das Jungsein. Denn dann dürfte sich der Einstieg in den chinesischen Quellmarkt auch für deutsche Kinder- und Jugendreiseveranstalter lohnen. Und chinesische junge Leute bekommen dann vielleicht eine ganz andere Art von Bildungscamps (an-)geboten als im eigenen Land.