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Die europäischen Dimensionen in der Kinder- und Jugendhilfe – Neues Diskussionspapier der AGJ

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat in seiner Sitzung im Februar 2015 das Diskussionspapier „Die europäischen Dimensionen in der Kinder- und Jugendhilfe – Relevanz und Potential europäischer Politik für die Kinder- und Jugendhilfe“ verabschiedet. Es greift die Herausforderungen einer stärkeren Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland auf, heißt es in einer Pressemitteilung der AGJ.

In den letzten Jahren wurde deutlich, wie sehr die Europäische Union (EU) in ihren sozial- und gesellschaftspolitischen Arbeitsfeldern sowohl indirekte als auch direkte Effekte auf die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sowie auf das System der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland hat. Die Europäische Union wird dennoch eher als ein abstraktes Gebilde wahrgenommen, das weit weg von der eigenen Lebensrealität zum Tragen kommt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisensituation der letzten Jahre werden Europa und die Europäische Union oft mit negativ konnotierten Entwicklungen verbunden, deren Ursachen aber nur bedingt auf das Handeln der EU zurückzuführen sind, wie beispielsweise die durch die Wirtschaftskrise begründete zunehmende Jugendarbeits- und Perspektivlosigkeit, eine wachsende soziale Kluft zwischen Regionen, Nationalstaaten und innerhalb der Staaten oder die Zunahme des Rechtspopulismus sowie die Abkehr von traditionellen Formen politischer Partizipation und die damit verbundene Vertrauenskrise in politische Institutionen.

Dabei werden die Vielzahl an Chancen und Innovationen, die die Europäische Union durch ihre Regelungen und Instrumente auf allen Ebenen – insbesondere auch auf kommunaler Ebene – erzielt, vielerorts nicht unmittelbar miteinander in Verbindung gebracht. So haben die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa, aber auch die in den letzten Jahren zunehmende Integration von kinder- und jugend(hilfe)politischen Fragestellungen in andere Politikfelder – wie z. B. in die Bereiche der Bildungspolitik, der sozialen Integration, des Sozialschutzes, der Gesundheit, der Kinderrechte, des Kinderschutzes und nicht zuletzt des Arbeitsmarktes – positive Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.

Insbesondere für die kommunale Ebene sind Bildung, Förderung und sozialer Ausgleich wichtige Zukunftsthemen. Es ist die kommunale Kinder- und Jugendhilfe, die junge Menschen von Beginn an individuell fördert und ihnen und ihren Familien mit bedarfsorientierten Unterstützungs- und Betreuungsangeboten hilft. Beispielsweise gestaltet sie in enger Kooperation mit anderen Akteuren die Übergänge von der Kindertagesbetreuung in die Schule und danach in die Ausbildung und den Beruf. Sie bietet vielfältige Angebote und Strukturen im Bereich Schüler-, Jugend- und Studentenaustausch, im Umgang mit sozialräumlicher Segregation, im Bereich der non-formalen Bildung und zur Stärkung bürgerschaftlichen Engagements sowie der Jugendarbeit und der Jugendbeteiligung.

Relevanz und Potential europäischer Politik für die Kinder- und Jugendhilfe

In verschiedenen Stellungnahmen und Diskussionspapieren hat die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ bereits europäische Themen benannt, die einer weiteren Auseinandersetzung in der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland bedürfen. Das vorliegende Diskussionspapier "Die europäischen Dimensionen in der Kinder- und Jugendhilfe – Relevanz und Potential europäischer Politik für die Kinder- und Jugendhilfe" greift einige dieser Themen auf und möchte damit insbesondere die Herausforderungen einer stärkeren europäischen Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland aufgreifen. Es geht dabei um:

Im Fazit heißt es unter anderem, dass eine Beförderung europäisch ausgerichteter Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe im Sinne der aufgelisteten europäischen Dimensionen für Kinder, junge Menschen, Fachkräfte und Organisationen einen Mehrwert bringen kann. Die bisherige Praxis zeigt, dass sie für sämtliche Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe relevant sind und die praktische Arbeit vor Ort bereichern können. Diese Ansätze sind weiterzuentwickeln, um eine Engführung und Funktionalisierung zu vermeiden.

Das gesamte Diskussionspapier steht zum Download zur Verfügung.

24.3.2015