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Erfolgreiches Projekt zur beruflichen Frühorientierung für sozial Benachteiligte und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Parchim. Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel, hat das Sommercamp des Jugendfördervereins Parchim/Lübz in Parchim besucht. Das Angebot des Sommercamps richtet sich insbesondere an lernschwächere Schüler und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 14 bis 16 Jahren, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern vom 11.08.2011. In diesem Jahr verbringen 59 Mädchen und Jungen in zwei dreiwöchigen Durchgängen gemeinsam ihre Ferien und lernen verschiedene Berufe kennen. „Hier im Sommercamp wird Berufsfrühorientierung gelebt. Im Vordergrund steht das aktive Kennenlernen und praktische Ausprobieren von verschiedenen Berufen. Gleichzeitig werden soziale Kompetenzen beispielsweise durch ein gemeinsam erlerntes Theaterprojekt spielerisch vermittelt“, sagte Wirtschaftminister Jürgen Seidel vor Ort.

 

Zahlreiche Firmen wie der Landwirtschaftsbetrieb Kastanienhof KG Schlieven, die Kläranlage Parchim, die Stadtwerke Parchim, die Gärtnerei Wonglorz Mestlin, Van der Valk Spornitz, DBL Textil-Service Mecklenburg GmbH & Co. (Parchim), Tin Druck Parchim und die Straußenfarm Riederfelde, aber auch öffentliche Stellen wie z. B. die Polizei, die Feuerwehr, das THW und der Katastrophenschutz, beteiligen sich am Sommercamp. Seidel lobte die Unterstützung der regionalen Unternehmen für das Projekt. „Die Berufsfrühorientierung gewinnt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem wachsenden Fachkräftebedarf zunehmend an Bedeutung. Nach wie vor ist die Zahl der Ausbildungsabbrüche in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 30 Prozent viel zu hoch (Bundesdurchschnitt: rd. 22 Prozent). Ein wesentlicher Grund hierfür ist immer noch die unzureichende Berufsvorbereitung und Berufsinformation der Jugendlichen über die Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Es ist hervorragend, dass die am Projekt teilnehmenden Firmen ihr Know-how für die Schüler anbieten. Die jungen Menschen bekommen frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt von morgen“, so Seidel weiter.

Beim Sommercamp handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern, der Agentur für Arbeit Schwerin und des Allgemeinen Verbandes der Wirtschaft Norddeutschlands e. V. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 91.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Sommercamp mit 23.360 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). „Das Projekt leistet einen großen Beitrag hinsichtlich der gesellschaftlichen Verantwortung für leistungsschwächere Jugendliche. Die Berufsfrühorientierung mit einem Sommercamp zu verbinden, ist eine Idee mit Modellcharakter, dessen Ansatz auch für andere Regionen unseres Landes beispielhaft ist“, sagte Seidel. Die für die Jugendlichen kostenfreie Sommerfreizeit findet zum dritten Mal mit den beteiligten Partnern statt. Es richtet sich insbesondere an Jugendliche aus sozial schwächeren Häusern und aus Einwandererfamilien sowie Förderschüler.

Untergebracht sind die Jugendlichen in der Internationalen Freizeit- und Bildungsstätte „lütt pütt“ unter der Trägerschaft des Jugendfördervereins Parchim/Lübz e. V. (JFV). Sie ist von der Arbeitsgemeinschaft Junges Land für junge Leute aus Rostock (McPom.com) im Rahmen des QMJ QualitätsManagementes Kinder- und Jugendreisen für Unterkünfte des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. aus Berlin zertifiziert worden. Insgesamt nehmen deutschlandweit über 300 Unterkünfte an dem Qualitätsmanagement teil, das von der AG entwickelt und inzwischen dem BundesForum getragen wird. Das System beurteilt sowohl die softskills der Mitarbeitenden als auch die hardware des Hauses.

Neben den Schwerpunkten der Berufsorientierung werden auch Freizeitmaßnahmen wie Steinbildhauerei, Töpfern, Filzen und Papierschöpfen, Ausflüge nach Schwerin und in die Umgebung, Klettern und Kanufahrten, Schwimmen, Bowling, Fitnessstudio, Kegeln, Volleyball und Fußball angeboten und durchgeführt. Auch diese Maßnahmen sind für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen von besonderer Bedeutung.

Mecklenburg-Vorpommern befindet sich mitten im demografischen Wandel. In diesem Jahr wird mit rd. 9.600 Schulabgängern der niedrigste Stand seit über 20 Jahren erreicht. „Fehlten in früheren Jahren betriebliche Ausbildungsstellen, so mangelt es heute an Bewerbern in allen Bereichen und Branchen“, so Seidel.

Ende Juli 2011 haben sich 8.194 Mädchen und Jungen (Vorjahr: 8.819; Rückgang um 625 oder 7,1 Prozent) auf 10.517 betriebliche Angebote, 837 oder 8,6 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahresmonat, beworben. Darin enthalten sind 4.403 Bewerber (rd. 54 Prozent), die sich im Vorjahr (1.635) oder in früheren Jahren (2.768) beworben haben (sog. Altbewerber). „Diese Jugendlichen müssen optimal auf das Berufsleben vorbereitet und in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert werden.

Die Betriebe könnten auch leistungsschwächere Bewerber einstellen und dabei auf Unterstützungsinstrumente zurückgreifen“, unterstrich Seidel. Der Minister verwies auf die verschiedenen Möglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit, wie z. B. ausbildungsbegleitende Hilfen oder das Sonderprogramm Einstiegsqualifizierung für Jugendliche.