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Europa muss kulturellen Reichtum und Vielfalt der Bildungssysteme wahren

Brüssel. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Ludwig Spaenle, hat die Erklärung zur Mobilität im Bildungsbereich in Europa am Sitz der EU-Kommission in Brüssel präsentiert. Dabei warb der bayerische Kultusminister dafür, die in der europäischen Identität liegenden Chancen und Vorteile künftig noch stärker herauszuarbeiten und zu betonen, heißt es in einer am 02.06.2010 veröffentlichten Pressemitteilung der KMK Kultusministerkonferenz: „Europa war stets und ist mehr als eine gemeinsame Währungs-, Wirtschafts- oder Sozialpolitik.“

 

Ein wichtiges Element der Zukunft des europäischen Einigungsprozesses liege in der europäischen Bildungskooperation, die dazu beitragen könne, europäisches Bewusstsein vor allem bei der jungen Generation zu entwickeln, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa zu schaffen und Begeisterung für Europa zu wecken. Dazu gehört insbesondere die Förderung der Mobilität von Lernenden und Lehrenden, die ein zentrales Element der bildungspolitischen Zusammenarbeit in Europa bildet.

Spaenle hob die Eigenverantwortlichkeit der 16 Bundesländer in der Bildungspolitik hervor, die sich auch auf die europäische Bildungskooperation erstrecke. Bildungspolitische Entscheidungen werden nahe an den Bürgern getroffen und seien demokratisch rückgebunden. Mit derselben Deutlichkeit, mit der sich die Bundesländer zur europäischen Integration und zur Förderung der Bildungsmobilität bekennen, bestehen sie auf der Wahrung der Souveränität ihrer Bildungspolitik. „Dies gilt insbesondere in einem zusammenwachsenden Europa, das den kulturellen Reichtum und die Vielfalt der Bildungssysteme entsprechend den gewachsenen Traditionen der Mitgliedstaaten und der vertraglichen Bestimmungen wahren muss“, betonte Spaenle.

Der bayerische Kultusminister hob hervor, die Perspektiven der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Bildungs-, Forschungs- und Kulturpolitik seien einer der Schwerpunkte seiner Präsidentschaft. In Brüssel gelte es nicht nur Präsenz zu zeigen, sondern die europäische Bildungskooperation aktiv mitzugestalten. „So wie die Ländergemeinschaft die gesamtstaatliche Verantwortung für die deutsche Bildungspolitik übernimmt, so begleiten wir auch die Zusammenarbeit bei europäischen Bildungsthemen mit großem Engagement“, betonte Spaenle. Dabei gehe es insbesondere um die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken, die es jungen Menschen ermöglicht, neues Wissen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben, Sprachkenntnisse zu erweitern, ihre persönliche Entwicklung voranzubringen und ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen.

Konkret wies Spaenle auf die im europäischen und internationalen Vergleich überdurchschnittliche Mobilitätsquote deutscher Studierender hin. Bis zum Jahr 2020 sollen europaweit 20 Prozent aller Hochschulabsolventen einen Studien- oder Praktikumsaufenthalt im Ausland absolviert haben. Als geeignete Instrumente für eine höhere  Mobilität nannte der Präsident der Kultusministerkonferenz curricular verankerte Mobilitätsfenster, finanzielle Unterstützungen für Auslandsaufenthalte und die Sicherung der Anerkennung der im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen.

Viele der über 80 Mitglieder und Partner des BundesForum Kinder- und Jugendreisen unterstützen Studierende bei ihrem Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt durch entsprechende Angebote. Über die Homepage des Dachverbandes sind sie über die Button Mitglieder bzw. Partner alle zu erreichen.