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Hessen: Kreativ auf die Veränderung der Schullandschaft reagieren

Frankfurt/Düsseldorf. Der organisierte Sport in Hessen muss kreativ auf die Veränderungen in der Schullandschaft reagieren. So stellen Ganztagsangebote in den Schulen und verkürzte Schulzeiten Hessens knapp 8.000 Sportvereine vor neue Herausforderungen. Noch mehr und noch gezieltere Kooperationen mit den Schulen sowie die zielgerichtete Ausbildung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern für Ganztagsschulen sind Maßnahmen, die das Abschmelzen der Zahl der Kinder und Jugendlichen im Sport verhindern können, heißt es im aragvid-lsb-h 05/11 vom 6.5.2011. Diese Auffassung hat jetzt das Präsidium des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h) vertreten. Die Führungsebene des organisierten Sports hatte zwei Tage lang in Grünberg getagt, um hier strukturelle und perspektivische Probleme zu diskutieren. Neben dem Thema „Schule und Verein“ bildete die künftige Struktur der Sportkreise einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt der Zusammenkunft.

„Wenn die Kinder künftig erst am späten Nachmittag von der Schule nach Hause kommen, werden sich die Strukturen der Vereinsarbeit verändern müssen. Denn was wir auf keinen Fall wollen, sind angelsächsische Verhältnisse“, so lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller mit Blick auf Staaten, in denen Sport nahezu ausschließlich von Schulen und Hochschulen angeboten wird und Vereine kaum eine Rolle spielen.

„In 30 Prozent der hessischen Schulen findet schon heute eine Ganztagsbetreuung statt. Und wenn die Schulzeit erst um 17, 18 oder 19 Uhr endet ist klar, dass es zu diesen Zeiten keine Hallenkapazitäten für Sportvereine gibt“, verdeutlichte lsb h-Vizepräsident Professor Dr. Heinz Zielinksi einen weiteren Aspekt der Problematik. In der Konsequenz müsse der Sport während der Schulzeiten an den Schulen Angebote unterbreiten. Intensive Kooperationen mit den Schulen auf der einen und Ausbildungen für Übungsleiter an Ganztagsschulen auf der anderen Seite nannte Zielinski als weitere Maßnahmen. Letztlich, so das Präsidiumsmitglied, werde der Landessportbund an seiner Forderung nach Schulende um spätestens 16 Uhr festhalten, wie an der Forderung nach Beibehaltung der täglichen Sportstunde im Grundschulbereich.

In der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein sind auch und gerade die 34 „Außenvertretungen“ des Landessportbundes, die Sportkreise, gefragt. Die sollen, diese Auffassung vertritt das Präsidium, bis zum Sportbundtag 2012 deckungsgleich mit den 23 hessischen Landkreisen sein. Dazu sind freilich weitere Sportkreisfusionen nötig, „die wir nötigenfalls mit sanftem Druck anschieben wollen“, so lsb h-Vizepräsident Rolf Hocke. Weiterhin soll den Sportkreisen der Status „eingetragener Verein“ nahe gelegt werden. Das biete sowohl den Sportkreisen als auch dem Landessportbund beispielsweise auf finanzielle oder inhaltliche Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten entscheidende Vorteile, so Hocke.

Das Präsidium will dem zweithöchsten Entscheidungsgremium des organisierten Sports, dem Hauptausschuss, am 21. Mai jedenfalls einen Leitantrag vorlegen. „Wir wollen damit Aufgaben, Struktur und Finanzierung der Sportkreise auf eine neue Grundlage stellen“, erklärte Hocke. Der Punkt Finanzierung wird dabei einen erheblichen Kraftaufwand darstellen. Bei im günstigsten Fall gleich bleibenden Einnahmen und der Notwendigkeit, für die Arbeit der Sportkreise mehr Gelder zu Verfügung zu stellen, ist die Solidargemeinschaft des Sports gefragt, wenn es an die Neuverteilung von Mitteln geht.