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IJAB-Mitgliederversammlung

Bonn. Die Mitglieder von IJAB trafen sich am 11. Juni 2013 turnusmäßig zu ihrer Mitgliederversammlung. Im Mittelpunkt standen zwei wichtige politische Themen: Die Positionierung der Fachstelle hinsichtlich der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit der Türkei und die Diskussion über eine Stellungnahme zum 14. Kinder- und Jugendbericht.

Informationen zur türkischen Jugendpolitik

 

Eingeladen waren Hüseyin Akalin, Deputy Director General of Project and Coordination (Stellvertretender Abteilungsleiter) und Frau Nurhayat Kaya, Directorate Project and Coordination aus dem türkischen Ministerium für Jugend und Sport, um über die neue Jugendpolitik in der Türkei zu berichten. Da die türkischen Gäste auch an den jugendpolitischen Entwicklungen insbesondere zur Eigenständigen Jugendpolitik interessiert waren, erläuterte Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesjugendministerium, zunächst einleitend die jugendpolitischen Schwerpunkte des BMFSFJ und die Initiativen dazu. Hüseyin Akalin präsentierte anschließend die neuen strukturellen Entwicklungen und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der türkischen Jugendpolitik. Die Grundlage dazu bildet das im Januar 2013 verabschiedete Grundsatzpapier zur nationalen Jugendpolitik, das Gesetzeskraft besitzt. Seine Ausführungen verdeutlichten, dass die türkische Regierung die gesellschaftliche Bedeutung der Ressource Jugend in der Türkei erkannt hat und dementsprechend eine vollkommen neu ausgerichtete Jugendpolitik umgesetzt werden soll. Nach seinen Worten will diese Jugendpolitik sowohl junge Menschen selbst als auch NGO’s einbeziehen und aktiv beteiligen. Besonders benachteiligte junge Menschen sollen im Rahmen dieser Jugendpolitik eine besondere Förderung erfahren. Hierfür soll auch die Zahl der Jugendzentren in den einzelnen Provinzen der Türkei deutlich ausgebaut werden.

 

In der anschließenden Aussprache betonte Hüseyin Akalin die Bereitschaft und den Willen seines Ministeriums, die bilaterale jugendpolitische Zusammenarbeit mit Deutschland zu verstärken. In diesem Zusammenhang unterstrich der Vorsitzende von IJAB, Lothar Harles, die Bedeutung und das Potenzial der Zivilgesellschaft für den gemeinsamen Dialog und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass durch gemeinsames Bemühen beider Seiten erfolgreicher Austausch organisiert werden kann.

 

Positionspapier zur jugendpolitischen Zusammenarbeit mit der Türkei

 

Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit der Türkei war auch Inhalt eines Positionspapiers, mit dem sich die Mitgliederversammlung befasste. Hintergrund ist das auf deutscher Seite von unterschiedlichen Akteuren gewachsene Interesse an einem verstärkten Jugendaustausch mit der Türkei. Damit soll auch ein Beitrag zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Strukturen in der Türkei geleistet werden. Die Mitgliederversammlung spricht sich dafür aus, die Zusammenarbeit mit der Türkei, unterstützt durch Aktivitäten von IJAB, aktiv zu gestalten. Gleichzeitig fordern die Mitglieder das BMFSFJ auf, die Träger beim Ausbau der Zusammenarbeit politisch zu unterstützen. Hierzu soll u. a. der bilaterale Fachausschuss als zentrales Gremium der deutsch-türkischen jugendpolitischen Kooperation gestärkt werden. Ferner soll sich das BMFSFJ dafür einsetzen, dass auf türkischer Seite zivilgesellschaftliche Strukturen bei der Zusammensetzung des bilateralen Fachausschusses berücksichtigt werden. Die Mitglieder votierten darüber hinaus für einen stärkeren europäischen Bezug in dem Papier, da die EU für die Zusammenarbeit mit der Türkei eine wachsende Bedeutung einnimmt.

 

Stellungnahme zum 14. Kinder- und Jugendbericht

 

Die Mitgliederversammlung verabschiedete außerdem eine Stellungnahme zum 14. Kinder- und Jugendbericht. Darin werden die Aussagen und Schlussfolgerungen des Gesamtberichts grundsätzlich begrüßt. Allerdings plädieren die Mitglieder in Anbetracht einer veränderten Lebenssituation junger Menschen in einer globalisierten Wissensgesellschaft ausdrücklich für die stärkere Einbeziehung einer europäischen und internationalen Dimension für ein gelingendes Aufwachsen junger Menschen. Vor diesem Hintergrund soll der nächste Kinder- und Jugendbericht die europäische und internationale Perspektive angesichts der Globalisierung der Lebensbereiche junger Menschen besonders in den Blick nehmen.