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Infografik zum Schüleraustausch 2013 – Zahlen, Daten, Fakten

In einer Infografik hat Travelworks, ein Partner des BundesForum Kinder- und Jugendreisen Zahlen, Daten und Fakten zum Schüleraustausch 2013 zusammengestellt. Diese finden Sie mit dem unten aufgeführten Link.

Fazit:

 

Ein Austauschjahr im Ausland wurde unter deutschen Schülern bis vor wenigen Jahren immer beliebter. Die Zahl der Austauschschüler, die für mindestens drei Monate eine Schule im Ausland besuchten, ist über die letzten Jahre hinweg stetig gestiegen: Von 14.000 Schülern im Jahr 2001/2002 auf etwa 20.000 Schüler im Schuljahr 2009/2010. Doch seit einigen Jahren ist die Zahl der Austauschschüler leicht rückläufig. Verantwortlich dafür ist vor allem die Schulzeitverkürzung, die in den Bundesländern nach und nach eingeführt wird. Bei einem Abitur nach 12 Jahren bleibt den Schülern weniger Raum für ein Auslandsjahr. "Mit der Einführung der achtstufigen Gymnasialzeit in Deutschland sind viele Eltern und Schüler verunsichert, ob bzw. wie sich ein High School-Aufenthalt realisieren lässt", so Tanja Kuntz, Geschäftsführerin der Austauschorganisation TravelWorks. Die Weiterentwicklung der Jugendlichen und die Verbesserung der Sprachkenntnisse durch einen Schüleraustausches sind aber immer noch überzeugende Gründe für den Austausch – immerhin entscheiden sich aktuell pro Jahr ca. 18.500 Schüler für einen Schulbesuch im Ausland.

 

Der Großteil der Schüler präferiert beim Austausch eine Schule im englischsprachigen Ausland, die USA stellen hierbei nach wie vor das mit Abstand wichtigste Zielland dar. Auf Platz 2 der beliebtesten Länder liegt Kanada, gefolgt von Neuseeland, Australien und Großbritannien. Die meisten Austauschschüler aus Deutschland kommen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland NRW, dahinter folgen Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg.

 

Betrachtet man jedoch den Anteil der Austauschschüler im Vergleich zur Gesamtzahl der Jugendlichen in den verschiedenen Bundesländern, fällt auf, dass der Anteil der Austauschschüler in Hamburg und Berlin deutlich höher ist als beispielsweise in NRW oder Hessen. Der Schüleraustausch hat an den Schulen in den Großstädten also einen etwas größeren Stellenwert, als in ländlicheren Regionen.

 

Obwohl auch kürzere Aufenthalte im Gastland möglich sind, verbringt der Großteil der Schüler ein ganzes Schuljahr, also 10-12 Monate, im Ausland. 15% der Austauschschüler entscheiden sich jedoch auch für einen kürzeren, zumeist 6-monatigen Aufenthalt. Bei ihrem Aufenthalt sind fast 90% der Austauschschüler zwischen 16 und 17 Jahren alt.

 

Der soziale Hintergrund der Austauschschüler und die familiäre Situation nehmen bedeutenden Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Auslandsaufenthaltes. Die Entscheidung zu einem Schüleraustausch ist demnach stark von der besuchten Schulform abhängig. Obwohl Schüler aller Schulformen an einem Schüleraustausch teilnehmen können, besucht der Großteil der Teilnehmer ein Gymnasium. So nehmen 12% der Gymnasiasten in Deutschland an einem Schüleraustausch teil, bei Realschülern sind es lediglich etwa 2%, bei Schülern anderer Schulen ist der Anteil noch geringer.

 

Auch das Einkommen der Eltern ist entscheidend für einen Auslandsaufenthalt. In der Regel kommen die Austauschschüler aus Familien mit sehr hohen Einkommen. Dies ist aufgrund der hohen Programmpreise wenig überraschend. Für Schüler aus Familien mit mittlerem oder niedrigem Einkommen bleiben häufig nur die Optionen, die Finanzierung des Aufenthaltes über ein Stipendium zu organisieren oder auf kürzere Aufenthalte, wie Summer Schools, zurückzugreifen.

 

Ein Austauschjahr ist ein einmaliges Erlebnis. Während der Zeit im Ausland werden Austauschschüler mit vielen neuen und ungewohnten Situationen konfrontiert, können ihre Sprachkenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen weiterentwickeln. "Durch das jugendliche Alter der Teilnehmer und das Leben im Alltag einer Gastfamilie werden besonders intensive interkulturelle Lernprozesse in Gang gesetzt. Ehemalige Austauschschüler erhöhen dadurch nicht nur ihre Sprachfähigkeiten, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen", weiß der Diplom-Geograph Michael Weichbrodt von der Universität Münster, der im Rahmen seiner Doktorarbeit die Bedeutung von Schüleraustauschprogrammen untersuchte. "Die Kontakte zur Gastfamilie und zu Freunden von damals sowie die persönlichen Erfahrungen werden oft auch Jahre später noch als sehr wichtig angesehen", so Weichbrodt.

 

Die Möglichkeiten für einen Schulaufenthalt im Ausland fasst Kuntz so zusammen: "Entweder man geht in der 10. Klasse ins Ausland und lässt sich die Zeit im Ausland anerkennen, sofern die Versetzungsrichtlinien des jeweiligen Bundeslandes dies erlauben. Oder man schiebt den High School-Aufenthalt zwischen der 10. und 11. Klasse ein, durch ein zusätzliches Schuljahr oder einen Aufenthalt während der Sommerferien". Hierfür bieten sich sogenannte Summer School-Programme an, bei denen Schüler eine ausländische High School für einige Wochen in den Sommerferien besuchen können.