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Neue Engagementformate in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit

Rund 25 Vertreter europäischer Entwicklungs- und Freiwilligendienste diskutierten im Mai in Bonn über aktuelle Entwicklungen und politischen Rückhalt im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V. veranstaltet das Treffen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Soll ein sozialer Dienst im Ausland wenige Wochen oder doch ein paar Jahre dauern? Von Europa in die Welt reichen oder auch einmal von der Welt nach Europa? Die staatlichen Konzepte zu internationalem freiwilligen Engagement unterscheiden sich im europäischen Vergleich mitunter enorm. Um Chancen und Probleme der internationalen Engagementformen zu erfahren und von anderen Ländern zu lernen, tauschten sich staatliche Dienste und Nichtregierungsorganisationen der europäischen Entwicklungszusammenarbeit in Bonn aus. Fachkräfte aus acht Ländern sowie das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Volunteers) und der europäische Austauschdienst Erasmus+ folgten der Einladung des Arbeitskreises "Lernen und Helfen in Übersee" e.V. zu der Regionaltagung.

Am ersten Konferenztag stellten die Organisationen ihre Programme vor und beschrieben den Wandel in der Entwicklungszusammenarbeit der letzten Jahre. Ein großer Trend in vielen Ländern: Der klassische Entwicklungsdienst, in dem erfahrene Fachkräfte über einen längeren Zeitraum im Ausland tätig sind, ist rückläufig während vermehrt junge Freiwillige eingesetzt werden, die durch die Erfahrungen im Ausland zu globalem Denken und gesellschaftlichem Engagement in ihrer Heimat angeregt werden sollen.

Am zweiten Konferenztag stand der Kooperationsgedanke im Vordergrund. Die Partner wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass freiwilliges Engagement als wichtiges Element zur Erreichung der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals) anerkannt wird. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele lösen zum Ende des Jahres die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen ab. Sie werden bis 2030 die Zielsetzung der Staatengemeinschaft, unter anderem in den Bereichen Armutsbekämpfung, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie globale Zusammenarbeit, vorgeben. Derzeit diskutieren die Mitgliedsstaaten über die endgültige Ausgestaltung der Ziele.

Welchen Wert die Arbeit von Freiwilligen für Entwicklungsprozesse weltweit hat, erforschte der britische Austauschdienst VSO in seiner Studie „Die Rolle der Freiwilligendienste in der nachhaltigen Entwicklung“. VSO stellt die Studie den europäischen Partnern vor und liefert damit eine Orientierung, wie Freiwilligendienste effektiv ausgestaltet werden können.

Weltweit sind Entwicklungs- und Freiwilligenorganisationen über den Verein „International Forum for Volunteering in Development“ vernetzt. Die europäische Konferenz findet unter dem Dach des internationalen Forums statt, um langfristig eine engere regionale Zusammenarbeit zu fördern.

Der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V. (AKLHÜ) ist ein Zusammenschluss staatlich anerkannter Entwicklungsdienste, internationaler Freiwilligendienste und von Organisationen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. 

9.6.2015