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Prora soll Reiseziel für Kinder und Jugendliche werden – RUF Jugendreisen und Jugendherbergswerk beteiligt

Binz. Den Zeltplatz gibt es bereits, die Jugendherberge ist im Bau. Und am anderen Ende sollen auch bald die Maschinen rollen, Eigentumswohnungen und ein Hotel errichtet werden, heißt es in einem Bericht der Ostseezeitung, der am 29.08.2010 bekannt wurde. 20 Jahre nach der Wende geht es am Koloss von Prora endlich voran. Problem nur: Im Binzer Ortsteil gibt es noch immer kein Konzept für das große Ganze. Jetzt kommt vom obersten Tourismus-Manager der Insel ein Vorschlag: Ralf Hots-Thomas, Chef der Tourismuszentrale Rügen (TZR), möchte den Ort zu dem Reiseziel für Kinder und Jugendliche machen. Motto: Prora statt Playa.

 

„Wir bieten auf Rügen zu wenig für die Gäste der Zukunft“, sagt der Marketing-Experte der TZR. Auf Familien sei die Insel hervorragend eingestellt, auf Senioren und gut betuchte Alleinreisende ebenfalls. „Aber den Nachwuchs vernachlässigen wir.“ Das müsse sich ändern: „Wenn es uns gelingt, schon die Jugendlichen von Rügen zu begeistern, kommen die als Erwachsene auch immer wieder.“ Er will daher in Zukunft verstärkt die Zielgruppe der 12- bis 20-Jährigen locken — all jene, die zu alt für Urlaub mit Mutti und Vati, aber zu jung für Reisen ins ferne Ausland sind. „Prora ist dafür der perfekte Standort.“ Mit dem Jugendzeltplatz gebe es bereits eine tolle Möglichkeit. „Wenn im kommenden Jahr nun auch noch die Jugendherberge eröffnet, haben wir ausreichend Kapazitäten.“ Das entsprechende Programm für die jungen Gäste will er mit dem Jugendherbergswerk und der Kurverwaltung in Binz besprechen, möglichst noch im September. Auch mit dem Veranstalter RUF Jugendreisen aus Bielefeld, der bereits auf Ummanz aktiv ist, hatte er Kontakt. „Die interessieren sich sehr für das, was in Prora passiert.“ Hots-Thomas hat klare Vorstellungen, welche Attribute in den Köpfen der jungen Klientel künftig mit Prora verbunden werden sollen: „Party, Sport, Meer — das können wir am Koloss bieten“, sagt der TZR-Chef, der Prora als „einen der spannendsten Standorte auf Rügen“ bezeichnet. Am Strand etwa kann er sich Beachclubs und Bars vorstellen mit Musik, Disco, Party und Konzerten. „Wir wollen die junge Szene ans Meer holen.“ Damit nicht genug: Auch der Sport müsse eine große Rolle in Prora spielen. „Wir denken über ein Segelcamp nach — für die Gäste, aber auch die einheimischen Jugendlichen.“ Zusammen mit heimischen Unternehmen will die TZR in Prora Wassersport-Kurse anbieten. In der Saison sollen die Urlauber die Angebote nutzen, in der restlichen Zeit Schulklassen von der Insel.

Erfahrungen mit dem Thema hat Hots-Thomas bereits in Kiel gesammelt: Dort hatte er einst die Marke „Sailing City“ aus der Taufe gehoben und die Stadt weltweit als Segel-Hochburg in die Schlagzeilen gebracht.

Rückwind bekommt Hots-Thomas von Karen Löhnert, der Vorstandsvorsitzenden des Jugendherbergswerkes MV. „Die Eröffnung unserer Jugendherberge im nächsten Jahr könnte zur Initialzündung für Prora werden“, sagt sie. „Auch wir sind davon überzeugt, dass der Koloss der ideale Standort für Jugendreisen ist.“ Das beste Beispiel sei das Projekt „Prora 2010“, zu dem im September gut 1500 junge Gäste an die Ostsee kommen werden — zum Feiern und zum gemeinsamen Lernen. „Solche Veranstaltungen könnten meinetwegen drei Mal im Jahr hier stattfinden.“ Löhnert glaubt aber, dass es für den langfristigen Erfolg mehr brauche als „nur“ Party. Schließlich sei das Wetter in einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer nicht ganz so sonnig wie in den Party-Zentren am Mittelmeer.

„Deshalb muss ,Bildung‘ zweites Standbein sein.“ Die Jugendherberge (DJH-Architektenfoto) will den Schulterschluss mit dem Nationalparkzentrum suchen. Ebenso mit dem Prora-Zentrum vor Ort. „Prora hat Geschichte, Prora hat Natur. Das sind auch für Jugendliche spannende Themen.“ Zudem habe ein interaktives, privates Museum für Wissenschaft und Technik Interesse am Standort geäußert. „Wenn wir Party und Bildung unter einen Hut bekommen, können wir Großes schaffen.“ Sie und vor allem Hots-Thomas wissen, dass der Weg zu der Jugend-Destination steinig wird. „Ich weiß, dass es Bedenken geben wird. Aber selbst wenn es in Prora mal lauter zugehen sollte, sind wir von Binz weit genug entfernt. Wir würden den Hauptort nicht stören“, so der TZR-Chef. Im Gegenteil: „Wenn wir die Jugendlichen von Prora begeistern, wird davon in Zukunft auch Binz profitieren.“ Bei den Verantwortlichen im größten Ostseebad der Insel läuft er bisher jedenfalls offene Türen ein: „Wir sind gesprächsbereit und offen für alles“, sagt Kurdirektor Horst Graf. „Wenn das Konzept uns voranbringt, warum nicht.“

Das Deutsche Jugendherbergswerk und RUF Jugendreisen sind Mitglieder des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. mit Sitz in Berlin. Beide beteiligen sich am QMJ Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen des Vereins. So sind z.B. alle Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg sowie das RUF Kinderhotel in Schleswig-Holstein QMJ zertifiziert. Insgesamt beteiligen sich rund 300 Einrichtungen aus ganz Deutschland an dem QMJ für Unterkünfte. RUF ist zudem noch als Veranstalter mit dem QMJ Zertifikat Rahmenbedingungen Reisebegleitung Sicher Gut! ausgezeichnet. Daran nehmen ca. 20 Kinder-, Jugend- und Sprachreiseveranstalter teil.