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Qualitätsmanagement und Evaluation kommen direkt bei Kindern und Jugendlichen an

Hamburg. „Wir stellen einen positiven Trend in Hamburgs Klassenzimmern fest: Die Unterrichtsqualität hat sich verbessert. Gleichzeitig gibt es noch viel zu tun, um die Qualitätsentwicklung jeder einzelnen Schule weiter voranzubringen“, sagt Bildungssenator Dietrich Wersich und fasst damit die Kernaussagen des Jahresberichtes 2009 – 2010 zusammen, den die Hamburger Schulinspektion am 28.01.2010 vorgelegt hat. Der erste Jahresbericht der Schulinspektion war 2009 erschienen. Dafür hatte die Schulinspektion seit Frühjahr 2007 die Arbeit an insgesamt 223 Hamburger Schulen aller Schulformen in den Blick genommen. Für den aktuellen Bericht war die Arbeit an 82 Schulen Basis.

 

Im Vergleich zu ihrem ersten Bericht stellt die Schulinspektion in ihrer aktuellen Analyse fest, dass die Unterrichtsqualität an Hamburger Schulen seit 2007 leicht gestiegen ist. Im Unterricht werden heute mehr die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt, als dies früher der Fall war. Auffallend ist zudem, dass QM Qualitätsmanagement und Evaluation offenbar direkt bei den Schülerinnen und Schülern ankommen: Der Unterricht ist häufig an den Bildungseinrichtungen gut, an denen es QM und Evaluation gibt.

Nachholbedarf haben diesbezüglich vor allem die allgemeinbildenden Schulen: Im Gegensatz zu den Beruflichen Schulen haben sie bisher nicht regelhaft ein systematisches QM umgesetzt. Etabliert sind zwar die Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die zwischen Schule und Behörde getroffen werden. Doch zeigt die Untersuchung der Schulinspektion in vielen Fällen noch große Unsicherheit der Schulen, mit diesem Instrument planvoll und ergebnisorientiert umzugehen. Notwendig erscheint aus Sicht der Schulinspektion auch, die Schulleitungen stärker als bisher in die Lage zu versetzen, die Qualität des Unterrichts in den Blick zu nehmen und durch innerschulische Rahmensetzungen gezielt voranzubringen.

Insgesamt neun Handlungsempfehlungen dieser und weiterer Art richtet die Schulinspektion in ihrem Jahresbericht abschließend an die behördlichen Steuerungsinstanzen. So ist laut Schulinspektion nicht nur das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung gefordert, um Leitungskräfte noch deutlicher für die Steuerung der Qualitätsentwicklung zu qualifizieren. Auch rät die Schulinspektion den Schulaufsichten, ihre schulspezifischen Erwartungen und Anforderungen in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen stärker zu präzisieren und steuernd einzugreifen, um vergleichbare Standards zwischen den Schulen zu erreichen. Die Behörde für Schule und Berufsbildung nimmt diese Anregungen auf. „Nicht immer neue Impulse, sondern ein klarer, stabiler Rahmen ist für die Entwicklung der Schulen gefragt. Wir arbeiten deshalb an einem Gesamtkonzept zur Einführung von Qualitätsmanagement an allgemeinbildenden Schulen, das zum neuen Schuljahr vorliegen soll“, sagt Senator Wersich. „Wir brauchen stabile Schulen und guten Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler, damit sie über das Wissen, die Kompetenzen und Werte verfügen, die sie fürs Leben stark machen. Die Arbeit der Schulinspektion hilft uns dabei.“

Hintergrund zur Schulinspektion
Die Teams der Schulinspektion bestehen aus jeweils zwei hauptamtlichen Inspektoren/innen, einem Leitungsmitglied einer Schule der inspizierten Schulform und bei Beruflichen Schulen einem Vertreter der Wirtschaft. Nach einer ausführlichen Sichtung u.a. von Schuldaten und der Durchführung einer Online-Befragung von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und bei Beruflichen Schulen von Ausbildungsbetrieben ist das Inspektionsteam zwei bis drei Tage an jeder Schule. Es beobachtet den Unterricht und interviewt Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, die Schulleitung sowie ggf. Ausbildungsbetriebe. Die Analyse der Schulinspektion mündet in einem Bericht, den die Schulleitung und die zuständige Schulaufsicht erhalten. Der Bericht gibt Aufschluss über Stärken und Schwächen der inspizierten Schulen. Anschließend haben die Schulen drei Monate Zeit, um Konsequenzen zu ziehen und gegebenenfalls verbindliche Ziele für das kommende Jahr festzulegen. Hierbei unterstützt das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung mit einem abgestimmten Fortbildungsangebot.

Der Jahresbericht 2009 – 2010 der Hamburger Schulinspektion ist im Internet abrufbar.

Das BundesForum Kinder- und Jugendreisen bietet ebenfalls ein QM an. Dieses QMJ Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen gibt es in zwei Versionen, eine richtet sich an Unterkünfte und eine an Veranstalter. Mit der Freizeitenevaluation und der Evaluation Internationaler Begegnungen gibt es für den Bereich Kinder- und Jugendmobilität ebenfalls Evaluationsinstrumente. Diese Systeme werden bzw. wurden unterstützt von der Stiftung Jugendmarke, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem Projekt Quifd Qualität in Freiwilligendiensten, das wiederum von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wurde, im Förderverein Jugend- und Sozialarbeit. Auch in diesen Fällen scheint es so zu sein, die Qualität der Angebote für Kinder und Jugendliche ist häufig in den Herbergen und bei den Veranstaltern groß, die ein QM und Evaluation einsetzen.