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Sport und Politik gegen Rechtsextremismus

Berlin. Schleichendes Gift oder das Böse in der Maske des Guten: Sport und Politik befürchten eine fortschreitende Unterwanderung der Vereine durch Rechtsextremisten und bündeln mit einer gemeinsamen Aktion ihre Kräfte, heißt es im VID 02/11​. Angeführt vom DOSB Deutschen Olympischen Sportbund, DFB Deutschen Fußball-Bund, und dem Bundesinnen- und dem -familienministerium wurde in Berlin das Konzept "Verein(t) gegen Rechtsextremismus" vorgestellt.

„Wenn ich Neonazi wäre, und ich hoffe, mich hat niemand in Verdacht, dann wüsste ich, was ich täte. Ich ginge in die Sportvereine“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auch der Fußball sei keine heile Welt, und deshalb müssten Sport und Politik die Kräfte bündeln: „Das Böse kommt oft in der Maske des Guten. Wir müssen dem schleichendem Gift des Nationalsozialismus entgegentreten.“

Zwanziger berichtete in einem bewegenden Vortrag, über Briefe, die er immer öfter erhalte. „Da heißt es dann: Herr Zwanziger, Sie politisieren den Fußball. Das, was Sie dort machen, ist unverschämt“, sagte Zwanziger. Er erhalte Beschwerden, dass „die alle keine Nationalhymne mehr singen. Möglichst die erste Strophe, schreiben einige dazu. Es ist nicht so ganz zart“. Man dürfe nicht zulassen, dass dieses Thema unterschwellig immer klein gehalten werde.

Auch DOSB-Präsident Thomas Bach betonte, man müsse verhindern, dass rechtsextremistische Gedanken im Sport Fuß fassen. „Wir haben diesen Tendenzen bereits vor Jahren den Krieg erklärt“, sagte Bach. „Das Wesen des Sports ist Integration. Von daher widerspricht es dem Wert des Sports, wenn gegen andere vorgegangen wird.“

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, in seiner Funktion auch für den Sport zuständig, begrüßte die Kooperation mit den Verbänden. „Wir wollen die Kraft, die Vorbildfunktion und die Reichweite des Sports nutzen, damit Jugendliche nicht anfällig gegen Rechtsextremismus werden“, sagte der Politiker. Familienministerin Kristina Schröder mahnte, dass jegliche Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zerstöre, für was der Sport stehe, nämlich Fairness und Miteinander.

Mit Nachdruck wurde ein gesamtgesellschaftlicher Rückhalt für die Vereine gefordert. Es müsse vielmehr positiv bewertet werden, Probleme zu benennen und anzugehen. Politiker und Sportfunktionäre werteten die Podiumsdiskussion als Startsignal für die gemeinsame Kampagne, die auch von vielen Sportlern unterstützt wird.

 

Die dsj Deutsche Sportjugend im DOSB e.V. ist Mitglied des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. mit Sitz in Berlin, Insgesamt hat das BundesForum 80 Mitglieder und Partner. Auch andere von ihnen berichten über ähnliche Tatsachen. Das Bundesfamilienministerium ist der Hauptförderer des BundesForum.