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Urlaub ohne Barrieren für schwerstbehinderte Kinder

Schwerin/Feldberg. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Dr. Stefan Rudolph, hat in Feldberg dem Birkenzweig e. V. einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 20.000 Euro übergeben. Der Verein „Birkenzweig – mit Handicap Urlaub genießen e. V.“ will in der Region Feldberger Seenlandschaft die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Urlaub für Familien mit schwerstbehinderten Kindern etablieren, heißt es in einer am 13.04.2010 verbreiteten Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums aus Schwerin. Unterstützt wird das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

 

 „Als Urlaubsland stellen wir uns auf spezielle Bedürfnisse aller unserer Gäste ein. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Urlaubsland für alle Menschen“, betonte der Staatssekretär. „Mit hochwertigen Angeboten, auch für Familien mit schwerstbehinderten Kindern, tragen wir unserer Verantwortung als führendes Urlaubsland noch mehr Rechnung und sichern die gleichberechtigte Teilhabe der betroffenen Familien an Erholungsangeboten im Nordosten Deutschlands“, so Rudolph weiter. Der Regionalbeirat Mecklenburgische Seenplatte unterstützt das Vorhaben.

Es gibt bundesweit etwa 60.000 Familien mit schwerstbehinderten Kindern. Es fehlt häufig an qualifizierten Angeboten, die eine entsprechende medizinische Versorgung und Infrastruktur vor Ort vorhalten, um den Eltern eine Erholungszeit mit ihren rund um die Uhr pflegebedürftigen Kindern zu sichern. In Mecklenburg-Vorpommern bietet zum Beispiel die Gesundheitsinsel Rügen bereits erfolgreich betreuten Urlaub an.

Birken sind Bäume, die widerstandsfähig sind, die allerorts grünen und blühen und von Licht und Hoffnung sprechen … Deshalb trägt der 2008 in Feldberg von dem Medizinerehepaar Berit und Dirk Schmid gegründete Verein den Namen „Birkenzweig“. Birkenzweig ist ein Projekt für Familien mit schwerstbehinderten Kindern oder erwachsenen Angehörigen, die durch geistige oder körperliche Beeinträchtigung rund um die Uhr Betreuung und Aufsicht benötigen. Häufig sind diese Familien mit der Versorgung ihres Kindes oder Angehörigen dermaßen eingebunden, dass gemeinsame Freizeit kaum möglich ist. Hier will das Projekt Abhilfe schaffen. Die Idee „Birkenzweig“ wurde im Rahmen des Wettbewerbs Startsocial 2008, einer Initiative der Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, mit einem Bundespreis ausgezeichnet.

Inzwischen verfügt das Land zwar über eine wachsende Anzahl von barrierefreien Ferienunterkünften. Für die Versorgung während des Urlaubs sind jedoch für Familien mit schwerstbehinderten Kindern eine Reihe weiterer Maßnahmen notwendig. Dazu gehören beispielsweise entsprechende Pflegebetten, eine ärztliche Begleitung für Notfälle, geschulte Pflegekräfte zur Betreuung der Kinder sowie Physiotherapeuten. „Doch es geht um mehr. Es geht uns auch um ein Mehr an Toleranz für Familien mit schwerstbehinderten Kindern, die oftmals unter sozialer Ausgrenzung leiden. Für gleichberechtigte Integration Betroffener einzutreten ist einer der Schwerpunkte unseres Konzepts. Der Verein wird nun mit Unterstützung von EU-Geldern und einer hauptamtlichen Kraft ein Netzwerk aufbauen können, das die vielfältigen Aufgaben übernehmen kann“, erklärte Rudolph. „Vor allem ehrenamtliche Helfer sollen die Familien in ihrem Urlaub entlasten.“

Darüber hinaus arbeitet der Verein an einer Katalogisierung existierender barrierefreier Freizeitmöglichkeiten in der Region Feldberger Seenlandschaft und der Weiterentwicklung bestehender Konzepte.

Bereits in der diesjährigen Sommersaison soll mit einigen „Pilotfamilien“ gestartet und erste Erfahrungen gesammelt werden. Erste Überlegungen gibt es auch schon für die Einrichtung eines eigenen Ferienobjektes zur optimalen Unterbringung von betroffenen Familien. Der Verein Birkenzweig e. V. wird künftig über ein Büro in der Kurverwaltung der Feldberger Seenlandschaft erreichbar sein.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt barrierefreies Bauen für touristische Infrastrukturmaßnahmen und gewerbliche touristische Betriebe. „Hier geht es insbesondere um technische Standards wie ausreichende Türbreiten, ertastbare Zimmernummern, audiovisuelle Alarmsignale oder erreichbare Bad-Armaturen. Dieses Anliegen wird auch in der Fortschreibung der Landestourismuskonzeption 2010 berücksichtigt werden“, kündigte Dr. Stefan Rudolph abschließend an.