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Zusammenarbeit zwischen Ganztagsschulen und Sportvereinen

Fünf dezentrale Koordinierungsstellen des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) sollen die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Ganztagsschulen verbessern. Die Deutsche Sportjugend ist ein Mitglied des BundesForum Kinder- und Jugendreisen, welches sich bereits seit Jahren in diesem Bereich engagiert.

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Fünf Sportkreise Württembergs kommen mit Beginn des neuen Schuljahres in den Genuss professioneller Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen. Die Kreise konnten sich auf eine Ausschreibung hin bewerben. Acht von 24 haben die Chance wahrgenommen. Heidenheim, Heilbronn, Ludwigsburg, Stuttgart sowie der Zusammenschluss von Sigmaringen und Zollernalb haben den Zuschlag bekommen. Insgesamt gehören dazu rund 2.000 Vereine. Entscheidend für die Auswahl waren unterschiedlichste Kriterien. Die Struktur und Größe spielte eine Rolle, aber auch die Anzahl der dort existierenden Ganztagsschulen. Es wurde auch geschaut, ob später eine eigenständige Anschlussfinanzierung gegeben ist.

 

Getragen wird das Projekt von der Stiftung des WLSB. Sie hat dafür 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Förderung ist die erste Ausschüttung der Stiftung überhaupt. Den Stiftungsgremien war es wichtig, dass das erste von ihr geförderte Projekt ein Themenfeld aufgreift, das derzeit alle Sportvereine und -verbände betrifft und beschäftigt. Die fünf von den Sportkreisen engagierten Koordinatorinnen und Koordinatoren werden auf 450-Euro-Basis für etwa zehn Stunden pro Woche eingestellt. Sie sollen sich in der Arbeit Schwerpunkte setzen. Sie sollen vier bis fünf spezielle Projekte angehen.

Der WLSB hat sich bewußt für dezentrale Koordinierungsstellen entschieden. Er möchte in die Fläche gehen und vor Ort mit Vereinen zusammenarbeiten und diese unterstützen. Das ist nur möglich mit dezentralen Koordinierungsstellen. Es sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese Aufgabe gewonnen werden, die die Befindlichkeiten und Gegebenheiten sowie die handelnden Akteure gut kennen. Deshalb wurde es auch den Sportkreisen überlassen, wen sie mit der Aufgabe betrauen wollen. Alle haben sich für Expertinnen und Experten entschieden, die aus der Region stammen und sich bereits im Umfeld von Sport und Schule betätigen, Diplompädagogen, Sportwissenschaftler, Sportmanager, allesamt Personen mit wertvoller Erfahrung.

Zu ihren Aufgaben zählen sowohl der Aufbau als auch die Betreuung von Netzwerken zwischen Vereinen und Ganztagsschulen. Schulen und Schulträger müssen einerseits um die Möglichkeiten der Sportvereine wissen. Die Vereine müssen andererseits für die Mitarbeit im Schulischen fit gemacht werden, bei einigen Sportvereinen gibt es eine Hemmschwelle, auf Schulen und Pädagogen zuzugehen. Man darf nicht vergessen, dass bei den Vereinen zumeist ehrenamtliche Mitarbeiter engagiert sind. Sie sind auf den Gang in die Schule nicht vorbereitet. Oft ist es ihnen aufgrund der eigenen Berufstätigkeit auch gar nicht möglich, dort aktiv zu werden. Hier sollen die Koordinatoren Ideen entwickeln und mit den Vereinen umsetzen. Die Vereine könnten sich zum Beispiel zusammenschließen, um Übungsleiter zu finanzieren. Sie könnten gemeinsam auf die Suche nach Sportstudenten, jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Lehrer im Ruhestand, die für diese Aufgabe begeistert werden können, gehen.

 

Der WLSB hat bereits viel unternommen, um Vereine dabei zu unterstützen. Info-Offensiven und Fortbildungen wurden angeboten und durchgeführt.

Immer mehr Vereine merken jetzt, dass Ganztagsschule die Vereinswelt maßgeblich verändert. Wenn die Kinder und Jugendlichen bis spät am Nachmittag in der Schule sind, hat das Auswirkungen auf das Sporttreiben, auch im Verein. Gepaart mit dem demografischen Wandel wird sich das deutlich auf die Mitgliederzahlen auswirken. Es sei denn, Vereine und Ganztagsschulen kooperieren. Das gilt übrigens auch, wenn es um die Nutzung der Sportstätten geht. Durch die Ganztagsschulen haben die Vereine viel stärkere Konkurrenz bei deren Vergabe bekommen.

 

Mehrere Studien belegen, dass Vereine, die mit Schulen kooperieren, vom Mitgliederschwund verschont bleiben. Ziel des WLSB ist es, den Vereinen die Angst vor der Entwicklung zu nehmen, sie fit machen, mit Ganztagsschulen so zu arbeiten, dass eine Win-Win-Situation entsteht. Das wird eine ganz zentrale Aufgabe der Koordinatorinnen und Koordinatoren sein. Vereine, die sich in der Ganztagsschule einbringen, können Werbung für sich und ihre Sportart betreiben. Sportvereine leisten damit auch einen Beitrag zur Bildung, denn die Bedeutung die ein Wechsel von An- und Entspannung im Schulalltag für die Lernfähigkeit hat, ist hinreichend wissenschaftlich belegt. Sport und Musik können da einen großen Beitrag leisten. Abgesehen davon, dass mehr Bewegung nicht nur für den Geist, sondern auch für den Körper wichtig ist.

Beispiele gelingender Kooperationen zeigen, dass Schule und Sportvereine an einem Tisch sitzen und gemeinsam Konzepte für den ganzen Tag entwickeln müssen. Sie müssen klären, wie die Clubs und ihre Erfahrung für Bildung genutzt werden können. Welchen Beitrag kann der Sport zum Erziehungsauftrag leisten? Welche sozialen Aspekte spielen eine Rolle? Die Übungsleiter sollten sich auch inhaltlich mit der Schulleitung und dem Sportverein abstimmen. Auch dafür müssen die Koordinatorinnen und Koordinatoren werben und die Weichen stellen. Eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe.