Aktuelle News zum Thema Kinder- und Jugendreisen auf: www.JugendreiseNews.de

News Details

19.08.2020 | „Corona & Du“ – Wie ein Infoportal Kinder und Jugendliche zurück in den Corona-Schulalltag begleitet

Junge Leser/-innen finden in dem Portal gut umsetzbare Tipps, um psychisch gestärkt durch diese Zeit zu kommen.
Die Ferien gehen in einigen Bundesländern zu Ende, doch viele Kinder und Jugendliche kehren in einen Schulalltag zurück, der weiterhin von Einschränkungen und Social-Distancing-Maßnahmen geprägt sein wird. In Zeiten der Covid19-Krise möchte das Infoportal „Corona & Du“ Kinder und Jugendliche stärken und sie vor psychischen Problemen schützen.

Pünktlich zum Schulstart in einigen Bundesländern gibt es ein neues Angebot auf dem Portal www.corona-und-du.info, die die Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU Klinikums München gemeinsam mit der Beisheim Stiftung im Mai ins Leben gerufen hat: konkrete Handlungstipps wie zum Beispiel zum Thema „Positive Botschaften“, die sich auch gut im (Schul-)Alltag anwenden lassen.

Mehr Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen
Nach Monaten im Ausnahmezustand – geprägt von Schulausfällen, Homeschooling, Online- bzw. Hybridunterricht und abseits der normalen Rhythmen und Gewohnheiten – kehren Kinder und Jugendliche nach den Ferien in den Alltag zurück. Doch die Unsicherheiten und die Unplanbarkeit, die mit der Corona-Pandemie einhergehen, werden anhalten. Genau da setzt „Corona und Du“ an.

Wie Kinder und Jugendliche bereits vor den Ferien unter Corona litten, zeigt die Auswertung der COPSY-Studie deutlich auf: Über 70% der mehr als 1.000 befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Corona-Pandemie psychisch belastet. 3 von 10 Kindern und Jugendlichen zeigten während der Krise psychische Auffälligkeiten, wie z.B. emotionale Probleme oder Hyperaktivität. Vor der Krise traf dies auf ca. 2 von 10 Kindern und Jugendlichen zu. Insbesondere jene aus sozial benachteiligten Familien und solche mit einem Migrationshintergrund sind durch die Corona-Pandemie psychisch belastet.

Auch aktuelle Beobachtungen der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des LMU Klinikums zeigen, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen in die Ambulanz kommen. Über häufige Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit dem Start ins neue Schuljahr spricht Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Psychosomatik und Psychotherapie am LMU Klinikum, in einem ausführlichen Interview (PDF zum Download).

„Von einer Normalität sind wir noch weit entfernt.“
Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am LMU Klinikum München, der mit seinem Team die Inhalte für das Portal erarbeitet hat, sagt: „Kinder und Jugendliche leiden aufgrund der Corona-Pandemie. Wir möchten mit unserem Portal psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen eine Plattform bieten, um sich Hilfe und Tipps für ein Leben mit Corona einzuholen. Wir erwarten aktuell, dass wieder etwas mehr Normalität einkehrt, auch in den Schulen, allerdings sind wir von einer Normalität, wie wir sie vor der Corona-Krise kennen, noch weit entfernt. Besonders junge Menschen sind überfordert und können sich nicht so helfen wie Erwachsene. Ähnlich wie die Unterstützung vom Staat für Unternehmen wünsche ich mir eine Hilfe für unsere Kinder und Jugendlichen. Denn sie sind schließlich die Zukunft unseres Landes!“

Von Glückszetteln und anderen Tipps
Das Portal „Corona und Du“ vermittelt beispielsweise durch eine bildhafte Sprache positive Botschaften für einen gesunden Umgang mit der Corona-Krise und deren ungebetenen Folgen. „Insbesondere jüngere Kinder können nicht verstehen, was eine Pandemie wirklich bedeutet und brauchen eine klare Führung durch ihre Eltern“, so Schulte-Körne weiter. „Es ist wichtig, dieses komplexe Geschehen den Kindern verständlich zu erklären und für sie einzuordnen.“

Konkrete Tipps wie man sich z.B. einen schönen Tag machen kann, wie man sich selbst belohnt, wie man anderen eine Freude macht oder wie ein Glückszettel glücklich machen kann, das sind einige der Hilfestellungen.

So simpel all diese Punkte erscheinen mögen, so entscheidend sind sie für einen gesunden und normalen Alltag. „Die Idee ist, durch positive Beispiele und Ideen den Kindern, den Jugendlichen, aber auch den Eltern Tipps an die Hand zu geben, auf welche kleinen Weichenstellungen sie Tag für Tag achten können“, sagt Annette Heuser, Geschäftsführerin der Beisheim Stiftung. „So kann der Start ins nächste Schuljahr von Beginn an deutlich besser ausfallen als die vergangenen Monate voller Unsicherheiten. Wir alle werden lernen müssen, in Zukunft mit Corona umzugehen. Durch unsere Webseite wird es hoffentlich etwas leichter fallen.“

Quelle: www.jugendhilfeportal.de