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23.03.2021 | Pressestatement des Missbrauchsbeauftragten Rörig zum veröffentlichten Gutachten im Erzbistum Köln

Am 18.03.2021 wurde das umfassende Gutachten der Rechtsanwälte Prof. Dr. Björn Gercke und Dr. Kerstin Stirner zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln vorgestellt und an Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und einen Vertreter des Betroffenenbeirats des Erzbistums Köln übergeben.

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Johannes-Wilhelm Rörig erklärte dazu:

„Ich bin sehr froh, dass die Zeit des unerträglichen Wartens auf die Veröffentlichung dieses anwaltlichen Gutachtens nach vielen bitteren Enttäuschungen ein Ende hat. Das Gutachten ist ein wichtiger von vielen weiteren Mosaiksteinen der unabhängigen Aufarbeitung. Das auf der Basis der Aktenlage von den Gutachter*innen gezeichnete Ausmaß des Missbrauchs und der Pflichtverletzungen kirchlicher Verantwortungsträger ist erschreckend.

Ich hoffe sehr, dass die unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche mit ganzer Energie und mit uneingeschränktem kirchlichem Aufklärungswillen in allen deutschen Bistümern weiter vorangetrieben wird. Durch die zwischenzeitliche Gegenzeichnung durch Kardinal Woelki hat die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ für das Erzbistum Köln unumkehrbare Verbindlichkeit erlangt.

Damit hat Kardinal Woelki die Steuerung der Aufarbeitung im Erzbistum Köln aus seinen Händen gegeben und der künftigen Aufarbeitungskommission übertragen, ohne aus der Verantwortung entlassen zu sein.
Wichtig ist, dass diese Aufarbeitungskommission unter Beteiligung von Betroffenen und weiteren Expert*innen in Köln jetzt zügig gebildet und schnellstmöglich ihre unabhängige Arbeit aufnehmen wird.

Erst durch die jetzt anstehende unabhängige Aufarbeitung geraten endlich die Betroffenen stärker in den Fokus, die sexuelle Gewalt in ihrer Kindheit erlitten habe. Hat ein anwaltliches Gutachten eher die Fragen der Pflichtverletzungen und Schuld von Verantwortlichen im Blick, so wird durch die unabhängige Aufarbeitung auch das Leid der Betroffenen betrachtet und auch geklärt, warum Kirchenleute so rigoros und herzlos mit kindlichen Opfern umgegangen sind. Auch stehen die oft schweren Folgen des sexuellen Missbrauchs im Fokus, die körperlichen und seelischen Leiden und zerstörten Lebensläufe.

Wenn sich das mächtige Erzbistum Köln nun an die Spitze der unabhängigen Aufarbeitung setzt und auch die Betroffenen uneingeschränkt unterstützt, würde ich das sehr begrüßen.“