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25.05.2021 | Die Deutsche Ordensobernkonferenz und der Unabhängige Beauftragte unterzeichnen Gemeinsame Erklärung zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

Die Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, und der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, haben heute die „Gemeinsame Erklärung zur verbindlichen Regelung für eine unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Ordensgemeinschaften“ unterzeichnet.

In Orientierung an der im vergangenen Jahr vom UBSKM mit der Deutschen Bischofskonferenz unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung“, haben sich nun auch die Deutsche Ordensobernkonferenz und der Unabhängige Beauftragte gemeinsam über verbindliche Rahmenbedingungen für eine unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bereich der Orden verständigt. Die Erklärung setzt vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Strukturen und Rahmenbedingungen der Ordensgemeinschaften notwendige Standards und versteht sich als Ergänzung und Weiterentwicklung zu bereits etablierten Maßnahmen und laufenden Aufarbeitungsprozessen.

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, erklärt: „Mit der „Gemeinsamen Erklärung“ gibt es jetzt eine sehr gute Basis für eine strukturierte und umfassende Aufarbeitung in den päpstlichen und diözesanen Orden, die dem Credo Transparenz, Unabhängigkeit und Betroffenenbeteiligung folgt und neben der ausgeübten sexualisierten Gewalt auch die Kindern und Jugendlichen in der Vergangenheit angetanen körperlichen und geistigen Grausamkeiten angemessen berücksichtigt. Konsequente Aufarbeitung im Bereich der Orden braucht nicht nur ein engagiertes Handeln der einzelnen Gemeinschaften, sondern ebenso die wichtige Perspektive Betroffener und den Sachverstand vieler unterschiedlicher Disziplinen. Die Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt ist ein Gesellschaftsthema, für das Institutionen Unterstützung brauchen. Deshalb freue ich mich, dass mit der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung“ nun auch im Bereich der DOK ein strukturierter und interdisziplinärer Aufarbeitungsprozess in Gang gesetzt wird.“

Die DOK-Vorsitzende, Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, betont: „In Bezug auf eine glaubwürdige Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt sind wir Ordensgemeinschaften auf Unterstützung aus Gesellschaft und Politik angewiesen. Mit der nun vorliegenden Gemeinsamen Erklärung stehen den Ordensgemeinschaften in Deutschland von unabhängiger Stelle mitgetragene Kriterien und Strukturen zur Verfügung, um eine unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt für ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich zu starten. Die zweigliedrige Struktur mit einem ‚Ausschuss unabhängige Aufarbeitung‘, der auf der Ebene der Deutschen Ordensobernkonferenz eingerichtet wird, und ‚unabhängige Aufarbeitungsteams‘, ermöglicht eine unabhängige Aufarbeitung in den Ordensgemeinschaften, in die jeweils Betroffene einbezogen sind.“

Sie erinnert daran, dass eine Mitgliederbefragung der DOK im vergangenen Jahr ergeben hat, dass sich in rund 100 Ordensgemeinschaften Betroffene, die dort sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten haben, gemeldet haben. Zugleich gebe es aber auch viele Ordensgemeinschaften denen solche Meldungen nicht vorlägen.

Hintergrund

Die Gemeinsame Erklärung wurde vom Unabhängigen Beauftragten sowie der von ihm eingerichtete Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ und Vertretern der Deutschen Ordensobernkonferenz erarbeitet. Mit der Erklärung wird auch für Ordensgemeinschaften in Deutschland eine Struktur geschaffen, um mit externer und unabhängiger Begleitung Aufarbeitung sexualisierter Gewalt anzugehen.